Die Aufbau- und Verbindungstechnik der Elektronik mit ihren Grund-, System- und Verbindungswerkstoffen (Funktionswerkstoffen) und mit den physikalischen Parametern Druck, Temperatur und Zeit wirkt direkt und indirekt auf eine biologische Umgebung, z. B. das System Mensch, über das Fertigprodukt und seine immanenten statischen und dynamischen Anwendungsparameter. Das Elektronikprodukt und die biologische Umgebung wechselwirken auf struktureller, energetischer und informationeller Ebene. Das Arbeitsgebiet der biokompatiblen Aufbau- und Verbindungstechnik beinhaltet die Erforschung der Bioverträglichkeit der Elektronikmaterialien, insbesondere ihr toxisches Verhalten, die Langzeitstabilität gegenüber Degradationsprozessen und die Ermittlung geeigneter funktioneller Schutzmassnahmen für das Produkt und die biologische Seite.

Die Biokompatibilität in der Aufbau- und Verbindungstechnik ist die Voraussetzung für die vielfältigsten Anwendungsmöglichkeiten elektronischer Komponenten und Fertigprodukte in der Biotechnologie, Verfahrenstechnik, Pharmazie und Medizin. Das verlangt die Kombination moderner Funktionswerkstoffe mit sensorischen und aktuatorischen elektronischen Bauteilen, die Informationsverarbeitung und die Prozesssteuerung im oder am Produkt. Erheblichen Zuwachs werden Mikroreaktoren und Mikrosysteme aufweisen, die fluidische und elektronische Funktionen bei hoher Energieeffizienz vereinen. Die Langzeitstabilität und Zuverlässigkeit dieser Produkte ist ein wichtiger Forschungsgegenstand.

Privatdozent Dr.-Ing. Jürgen Uhlemann studierte von 1966 bis 1970 an der TU Dresden elektrischen und mechanischen Feingerätebau und promovierte 1973 in der Prozesstechnologie der Elektronik. Von 1973 bis 1979 war er als Ingenieur im Fertigungsmittel- und Sondemaschinenbau des Industriezweiges Rundfunk und Fernsehen tätig. Im Hochschulbereich begann er 1979 als wissenschaftlicher Assistent im Lehrgebiet Messtechnik und Technologie seine Tätigkeit und spezialisierte sich seit 1987 auf das Gebiet der Biomaterialien. Von 1990 bis 2002 arbeitet Dr. Uhlemann als wissenschaftlicher Oberassistent im Institut für Biomedizinische Technik der TU Dresden und übernahm ab 2002 im Institut für Aufbau- und Verbindungstechnik der Elektronik die Arbeitsrichtung BioAVT. Seit 1994 leitet er den nationalen Arbeitskreis Biokompatible Aufbau- und Verbindungstechnik und ist Privatdozent für dieses Lehrgebiet. Er hat seit 1990 als Erstautor 36 Veröffentlichungen auf diesem Gebiet vorgenommen.
Ausgeschriebene Diplomthemen
| Thema | Betreuer | Veröffentlicht |
| Untersuchung der Barriereeigenschaften biokompatibler Einhausungsmaterialien gegenüber Wassermolekülen | Dipl.-Ing. S. Kirsten | 29.07.2011 |