Mikrostrukturcharakterisierung
Peter Haasen definiert „ Gefüge oder Mikrostruktur als die Gesamtheit aller nicht im thermodynamischen Gleichgewicht befindlichen Kristallbaufehler eines Metalls (nach Art, Zahl, Verteilung Größe und Form)“ [1]. Diese Kristallbaufehler können durch Energiezufuhr (z.B. erhöhte Temperaturen während des Betriebs) zu unerwünschten Mikrostrukturveränderungen mit Einfluss auf die mechanische und elektrische Funktion führen. Auch Wechselwirkungen verschiedener Materialien miteinander (z.B. Diffusion, Korrosion) gilt es in diesem Zusammenhang zu betrachten. Darüber hinaus ist die Mikrostrukturanalyse relevant für die Kontrolle technologischer Prozesse und damit auch ein wichtiges Werkzeug für die Prozessoptimierung.
[1] Haasen, P.: Kapitel 3 - Gefüge und Phase, Korn- und Phasengrenzen“ In Physikalische Metallkunde, 3., neubearbeitete und erweiterte Auflage, Springer Verlag, 1994, S.39, 3-540-57210-4 (ISBN)
Für die Umsetzung zukünftiger Technologien sowie für den Einsatz neuer Materialien in der Aufbau- und Verbindungstechnik ist die Mikrostrukturcharakterisierung mit Ihren Methoden weiterhin eines der wichtigsten prozessbegleitenden Werkzeuge. Darüber hinaus ist es das Mittel der Ausfallursachenanalyse und damit ein wichtiger Bestandteil von Zuverlässigkeitsuntersuchungen für existierende und zukünftige Aufbauten der AVT.

